
Höhenprofil unserer Tour ohne (!) Berücksichtigung der Distanz
Mi, 01.07.2009: Anreise, Karlsruhe (115) – Oberstdorf (840)
Der wohl gemütlichste Part unseres “etwas anderen” Examens-Trips (sch*** auf Thailand, Interrail & Weltreise!!!) war wohl die Anreise mit good ol’ DB. Obwohl ein Franzosen-Zug, schieben wir der DB doch zu gerne gleich mal die 20min-Verspätung unseres TGV Ka-Stg in die Schuhe. Egal, ging ja alles nochmal gut auch wenn unser ICE nach Ulm dort keine Lust hatte auf uns zu warten. Auch wenn unser Gepäck wohl doch keine 85kg hatte (wie sie wohl nur zierliche Mädels problemlos zwingen – Grüßle an Kath!
beschlossen wir für die kommenden Tage ein “Bruddelglas” einzuführen. Ein Glück geriet dieses bei all dem Bruddeln dann irgendwann in Vergessenheit, sonst hätte der Urlaub für manche schnell doppelt so teuer werden können!

Eigentlich soweit startklar
Do, 02.07.2009: OA (840) – Spielmannsau (1000) – Kemptner Hütte (1844) – Unteres Mädelejoch (1973) – Holzgau (1114)
Die ca. 90 Grundschulkinder zu Beginn der ersten richtigen Etappe waren schnell abgehängt – gut eigentlich schlugen sie nur einen anderen Weg ein, sonst hätten wir noch eine Weile mit ihnen zu kämpfen gehabt. Löchrige Schneefelder überwanden wir danach trotz vereinzelter Sorgen problemlos. Das zwar verdiente Schiwasser auf der Kemptner Hütte sollte jedoch noch lange nicht das “rettende Ufer” sein und so ging es bei unsicheren Wetteraussichten über das untere Mädelejoch zum Abstieg ins Österreichische Holzgau. Trotz anfänglich noch etwas hektischen “Regenzeug-An-& Auszieh-Aktionen” blieben wir vom Regen weitestgehend verschont und spurteten gerade in die Jugendherberge (etwas despektierliche Bezeichnung für diese Luxusbleibe!) als ein Wolkenbruch u.a. über Poncho-Papa & seine quengeligen Kids hereinbrach.

Solche und ähnliche Wegmarkierungen waren also für die nächsten Tage unsere Richtschnur

Blick von der Spielmannsau Richtung Kemptner Hütte

Wasserfälle prägten das Bild der kommenden Tage

Nicht gerade vertrauenerweckend, trotzdem ging’s ab und an über solche Schneefelder
Fr, 03.07.2009: Holzgau – Bach (1062) – Einstieg Memminger Hütte (1554) Memminger Hütte (2242) – Seekogel (2412)
Dank Gäste-Card ging es mit dem Bus umsonst bis nach Bach und so ersparten wir uns den wenig anspruchsvollen & prickelnden Teil durch das Tal bis zum Einstieg zur Memminger Hütte wenigstens teilweise. Besser betuchtere Wandersleute finanzieren hier übrigens fleißig die Finca auf Mallorca des Monopolisten “Taxiunternehmen Feuerstein” indem sie sich direkt bis zum Parkplatz Memminger Hütte chauffieren lassen – nur dass hier kein falscher Eindruck der Faulheit entsteht der festigt sich noch früh genug! 
Trotz durchwachsenem Wetter blieben wir auch beim Aufstieg weitestgehend trocken und hatten mit der Memminger Hütte das Tagesziel bereits früh erreicht. Nach etwas Slacklinen auf 2242m Höhe war mir dann doch etwas langweilig und ich strich mit dem nahe gelegenen Seekogel noch geschwind den ersten Gipfel (der insgesamt leider gipfel-armen E5-Tour) ein.
“Nach uns die Sintflut” traf auch heute wieder voll und ganz zu!

Kurz vor dem Einstieg zur Memminger Hütte

Blick vom Seekogel herab auf die Memminger Hütte

Slacklinen auf 2242m kann ich also auch von der To-Do-List abhaken
Sa, 04.07.2009: Memminger Hütte (2242) – Seescharte (2599) – Zams (767)
Nach einem kurzen Aufstieg am nächsten Morgen mit cooler Aussicht zurück auf teilweise eis bedeckte Seen und ins vor uns liegende Inntal, folgte der nicht gerade kniefreundliche Abstieg 2000m-Abstieg bis nach Zams. Mein Ausrutscher auf einer abenteuerlichen Baumstammbrücke blieb außer kurzzeitigem Loch im Schienbein folgenlos – womit ich mehr Glück hatte als der Almwirt wenig darüber, der gerade fleißig die Einzelteile seines Hauses aus der Lawine heraussortierte. Endlich im Tal angekommen wartete dort auch schon direkt am “E5-Ausgang” – natürlich rein zufällig – ein geschäftstüchtiger Ösi, in dessen Fremdenzimmer wir bei leckerem Frühstück und warmer Dusche günstig untergekommen sind – Fahrservice & damit wieder mal einem glücklichen Wetter-Händchen inklusive.

Da freut sich aber einer über den Spiegelsee…

Schee mit Schnee…

Eisbedeckter See + Blick zurück auf die Memminger Hütte

Panorama von der Seescharte

Übliches Bild: Genüssliche Raucherpause

Blick ins Tal. Da geht’s also runter…

…und zwar beschwingten Schrittes ich hasse Abstieg!

Nettes Plätzchen…

…für ein Päuschen…

Etwas abenteuerliche Brückenkonstruktion – fast wär’s schief gegangen…

Belohnung am Abend…

…Prost.
So, 05.07.2009: Zams – Venet – Krahberg (2208) – Glanderspitze (2512) – Kreuzjoch (2464) – Wenns (982) – Mittelberg (1763) – Braunschweiger Hütte (2759)
Die Venetbergbahn verschaffte uns den wohl mühelosesten Aufstieg auf den Krahberg (macht leider jeder so) und es blieb wieder nur ein kurzer Aufstieg vor dem langen Abstieg bis nach Wenns. Zuvor galt es jedoch noch die Attacke einer Ziegenherde zu überleben und sich auch bei der “auf Anschlag” den Berg hochrasenden Moped-Gang möglichst unauffällig zu verhalten
. Auf der Busfahrt durch das Pitztal gab es dann Wasserfall Nr. 1217-1423 zu bestaunen und in Mittelberg angekommen entschlossen wir uns mit absoluter Mehrheit (2:1) noch 2,5h auf die Memminger Hütte aufzusteigen, was die Tour für den nächsten Tag entscheidend verkürzte und uns wenigstens noch eine zweite urige Hüttennacht im Massenlager, was gibt es schöneres bescherte. Nachdem es der etwas versoffene Hüttenwirt geschafft hat, die Rucksäcke von Fred und Heiko aus dem Materiallift zu verschlampen, war ich nur kurzzeitig froh darüber, meinen Rucksack mit eigener Manneskraft den Berg hoch befördert zu haben, sah mich aber schon bald brüderlich meine letzte Unterhose mit meinen Wanderskameraden teilen, und war dann erleichtert als sich herausstellte, dass die Rucksäcke nur eine Extra-Runde ins Tal und wieder zurück gedreht hatten.

Huch, fast vom Weg abgekommen. Naja, wann anders mal…

Blick zurück auf Landeck

Endlich mal ein waschechtes Gipfelkreuz…

…und auf zum nächsten Gipfel

Wäre da nicht die Killer-Ziegen-Armada mitten auf unserem Weg…

…die uns dennoch nichts anhaben konnte. Das Kerlchen hatte wohl einfach zu schwer zu tragen!
siehe Gehänge

Puuhh, bissle Gletscher is ja noch da…

Bergsee

Braunschweiger Hütte in Sicht
Mo, 06.07.2009: Braunschweiger Hütte – Redtenbacher Joch (2993) – Zwieselstein (1472)
Der Aufstieg auf’s Redtenbacher Joch brachte uns schon an den höchsten Punkt unserer Tour, natürlich mussten die fehlenden 7m zur 3000er-Marke noch “Off-Track” hinzugewonnen werden um auch diesen Meilenstein zu nehmen und dem männlichen Eroberungsdrang nachzugeben!
Dann hieß es aber erneut: Abstieg!
Diesmal jedoch wesentlich erheitert durch quasi filmreifes “Schneefeld-Surfen” auf den Söldener Skihängen. Unsere Gute Tat des Tages taten wir dann an einem Belgier in Volleyball-Shorts und ausgelaufenen Turnschuhen, bereits seit 3 Wochen (und noch weitere 3 Monate) unterwegs auf der “Via Alpina”, indem wir ihn davon abbrachten die Autorin seines gut bebilderten, aber dafür umso schlechter mit Karten versehenen Reiseführers, zu erschießen und gaben ihm fachkundig neue Orientierung und trotz ihn vielleicht erneut erwartender “riesiger Hagel-Böller”, neuen Lebensmut!

Bei mäßigem Wetterchen ging’s morgens los

Noch mehr Gletscher…

…und noch mehr.

7 Meter extra für’s männliche Ego

Schneefeldsurfen at its best…

…natürlich nur standesgemäß in Strapsen

Dank der fehlenden Gipfel blieb der Flachmann lange gefüllt
Di, 07.07.2009: Zwieselstein – Timmelsjoch (2509) – Moos (1007) – Meran (325) – Bozen (262) – Brenner (1098)
Nach entspannender Nacht in der DAV-Talstation Zwieselstein ging es bei erstmals durchweg widrigen Wetterbedingungen zum letzten Aufstieg auf’s Timmelsjoch. Dank nettem Geschwisterpaar aus Sonthofen hatte ich endlich eine optimale “Pace-Makerin” gefunden, während es meine Jungs – nach den Strapazen der vergangenen Tage wohl verdientermaßen – etwas langsamer angehen ließen. Nach dem Aufwärmen auf der Hütte war der allgemeine Konsens unter den E5-lern (im Nachhinein leider), für den Weg ins Tal ein Taxi
in Anspruch zu nehmen. Von Moos nach Meran war eh eine Busfahrt geplant und dank *sarkasmus-ein* hervorragender & kostengünstiger *sarkasmus-aus* Bahnverbindung hatten wir noch Zeit für einen Bummel durch Bozen.

Mit Weidevieh ohne Aufsicht netter Begleitung ging es rauf auf’s Timmelsjoch

Und in Rekordzeit konnten wir dort auch schon wieder einkehren…

…fast so schnell wie diese Jungs – die waren dafür umso witziger. So will ich in 10 Jahren auch mal drauf sein. Man beachte zudem den Regen-Dress rechts im Bild.

Grenze Österreich-Italien erreicht und dort aufgrund der Witterung…

wohl eines der schnellsten Photo-Shootings ever hingelegt

Meran im Blick

Nach dem Wetter des Vormittags erstmal Sonnenstrahlen…

…und ein bisschen Kultur…

….tanken.
Mi, 08.07.2009: Brenner – München – Karlsruhe
Da wir dank 1,5h-DB-Verspätung geschlagene sechs Stunden am sehr zu empfehlenden Brenner-Bahnhof zubringen durften, gehört dieses Kapitel der Richtigkeit halber chronologisch in den Mittwoch, ehe wir um ca. 12:00h mit ca. 2h Verspätung endlich ins Bettchen fallen durften.

Der Beginn einer quälend langen Heimreise…

Örtchen für gewisse Stunden und genug Zeit…

…die Tour ausführlich zu rekapitulieren!
Fazit: Geil war’s! Danke für die Begleitung Jungs und sorry nochmal wenn ich mitunter etwas quängelig und nicht ganz ausgelastet war!